Kosten

Honorarvereinbarung

Die Vereinbarung eines Pauschalhonorars bietet sich an, wenn der Mandant von Anfang an wissen und kalkulieren möchte, was ihn die Verteidigung kosten wird. Bei einer Abrechnung nach dem RVG hat er diese Sicherheit nicht, da in den seltensten Fällen bereits am Anfang klar sein wird, welche Kosten genau anfallen.

Ein Honorar wird zweistufig festgesetzt: eine Gebühr entsteht für die Einsicht in die Gerichtsakte, sowie Beratung des Mandanten. Da erst im Anschluss der Umfang und Arbeitsaufwand feststeht, entsteht eine weitere Gebühr für die weitere Vertretung im Ermittlungsverfahren bzw. dem Verfahren vor Gericht.

Abrechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG)

Das RVG sieht für die Tätigkeiten des Strafverteidigers Rahmengebühren vor. Für eine bestimmte Tätigkeit des Verteidigers kann dieser einen bestimmten Betrag verlangen, der sich zwischen dem Minimal- und Maximalbetrag bewegt. Ob die Gebühr am oberen oder am unteren Rand festgesetzt wird, richtet sich nach dem Umfang des Falles, der Bedeutung der Angelegenheit für den Mandanten und der rechtlichen und tatsächlichen Schwierigkeit des Falles. In den meisten Fällen wird die Mittelgebühr angesetzt, sodass für die erste Einarbeitung mit Kosten um € 350,- zu rechnen ist. Die weiteren Kosten bestimmen sich dann im Einzelfall nach den genannten Kriterien.

 

Pflichtverteidigung

In bestimmten Fällen und unter besonderen Voraussetzungen kommt eine Beiordnung als Pflichtverteidigerin nach §140 StPO infrage. Pflichtverteidigung bedeutet, dass die Justizkasse zunächst die Kosten für das Verteidigerhonorar vorschießt, sich diese allerdings im Falle einer Verurteilung beim Mandanten auch wieder zurückholt. 

Rechtsschutzversicherungen

Da die meisten Rechtsschutzversicherungen entweder das Strafrecht gänzlich ausschließen oder einen Deckungsausschluss für Vorsatzdelikte enthalten, kommt es eher selten vor, dass Verteidigungkosten übernommen werden. Sollten Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, frage ich dort gern für Sie an, um abzuklären, ob in Ihrem konkreten Fall eine Kostenübernahme in Frage kommt.